Evangelisch-Lutherische
Kirchgemeinde Sebnitz-Hohnstein
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Andacht aus dem Kirchenblatt August/September 2026
Liebe Leserinnen und Leser,
wenn Sie dieses Kirchenblatt in den Händen halten, geht der Sommer Schritt für Schritt seinem Ende entgegen. August, September – Zeit der Reife, Zeit für die Ernte – rot-goldenes Farbspiel: das Korn auf den Feldern und die Früchte in den Bäumen. Ende September feiern wir in unseren Kirchen Erntedankfest. Das schöne Lied mit dem Text nach Matthias Claudius ist mir gleich im Ohr:
Wir pflügen und wir streuen
den Samen auf das Land,
doch Wachstum und Gedeihen
steht in des Himmels Hand:
Der tut mit leisem Wehen
sich mild und heimlich auf
und träuft, wenn heim wir gehen,
Wuchs und Gedeihen drauf.
… und in den Kehrvers möchte man gleich kräftig einstimmen:
Alle gute Gabe
kommt her von Gott dem Herrn,
drum dankt ihm, dankt,
drum dankt ihm, dankt
und hofft auf ihn!
Ursprünglich trug dieses Lied die Überschrift »Lied der Landleute zur Saatzeit«. Es war also zuerst gar nicht unbedingt als Erntedankfest-Lied gedacht – und doch steht der Dank für Gottes gute Gaben und für Gottes Segen, den wir in der Natur verborgen finden können ganz im Mittelpunkt. »… er wickelt seinen Segen gar zart und künstlich ein«, heißt es in der zweiten Strophe. Gottes Segen sollen wir nachspüren. Manchmal ist er leicht zu übersehen, weil er uns ja eigentlich immer umgibt, so wie die Luft zum Atmen. Und Gottes Segen ist nicht nur in der Natur, in den Früchten der Felder und Gärten zu entdecken. »… es geht durch unsre Hände, kommt aber her von Gott.« Das verstehe ich so: Alle Arbeit soll unter Gottes Segen stehen. Darauf dürfen wir vertrauen. Darum dürfen wir Gott bitten.
Schließlich kommt das Lied auf die kleinen und großen Dinge der Schöpfung zu sprechen: Strohhalm, Sterne, der Sperling, das Meer, Büsche und Blätter, Korn und Obst. »… von Gott kommt alles her.« Auch die kleinen, die selbstverständlichen Dinge in unserem Leben sind Grund, Gott dafür zu danken. Daran sollen wir uns immer wieder erinnern.
In der letzten Strophe finden wir dann den wunderbaren Satz »… er schenkt uns so viel Freude.«
Diese Freude und die Dankbarkeit für die kleinen Dinge, die uns den Blick auf die Segensspuren Gottes eröffnen können, wünsche ich Ihnen im Namen aller Mitarbeitenden.
Ihr Kantor Albrecht Päßler
Foto: Blick vom Lohsdorfer Rundweg zum Gickelsberg - Albrecht Päßler