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Blick vom Lohsdorfer Rundweg zum Gickelsberg · Foto: Albrecht Päßler Blick vom Lohsdorfer Rundweg zum Gickelsberg
Foto: Albrecht Päßler

Liebe Leserinnen und Leser,

der Sommer geht Schritt für Schritt seinem Ende ent­ge­gen. August, Sep­tem­ber – Zeit der Reife, Zeit für die Ernte – rot-gol­de­nes Farb­spiel: das Korn auf den Fel­dern und die Früchte in den Bäu­men. Ende Septem­ber feiern wir in unseren Kirchen Ernte­dank­fest. Das schöne Lied mit dem Text nach Matthias Claudius ist mir sofort im Ohr:

Wir pflügen und wir streuen
den Samen auf das Land,
doch Wachstum und Gedeihen
steht in des Himmels Hand:
Der tut mit leisem Wehen
sich mild und heimlich auf
und träuft, wenn heim wir gehen,
Wuchs und Gedeihen drauf.

… und in den Kehrvers möchte man gleich kräftig einstimmen:

Alle gute Gabe
kommt her von Gott dem Herrn,
drum dankt ihm, dankt,
drum dankt ihm, dankt
und hofft auf ihn!

Ursprünglich trug dieses Lied die Über­schrift »Lied der Land­leute zur Saatzeit«. Es war also zuerst gar nicht unbedingt als Ernte­dank­fest-Lied gedacht – und doch steht der Dank für Gottes gute Gaben und für Gottes Segen, den wir in der Natur ver­bor­gen fin­den können ganz im Mittel­punkt. »… er wickelt seinen Segen gar zart und künst­lich ein«, heißt es in der zweiten Strophe. Gottes Segen sollen wir nach­spüren. Manch­mal ist er leicht zu über­sehen, weil er uns ja eigent­lich immer umgibt, so wie die Luft zum Atmen. Und Gottes Segen ist nicht nur in der Natur, in den Früch­ten der Felder und Gärten zu ent­decken. »… es geht durch unsre Hände, kommt aber her von Gott.« Das ver­stehe ich so: Alle Arbeit soll unter Gottes Segen stehen. Darauf dürfen wir ver­trauen. Darum dürfen wir Gott bitten.

Schließ­lich kommt das Lied auf die kleinen und großen Dinge der Schöpfung zu sprechen: Stroh­halm, Sterne, der Sperling, das Meer, Büsche und Blätter, Korn und Obst. »… von Gott kommt alles her.« Auch die kleinen, die selbst­ver­ständ­li­chen Dinge in unse­rem Leben sind Grund, Gott dafür zu danken. Daran sollen wir uns immer wieder erinnern.

In der letzten Strophe finden wir dann den wun­der­ba­ren Satz »… er schenkt uns so viel Freude.«

Diese Freude und die Dank­bar­keit für die kleinen Dinge, die uns den Blick auf die Segens­spuren Gottes eröff­nen können, wünsche ich Ihnen im Namen aller Mitarbeitenden.


Ihr Kantor Albrecht Päßler