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Liebe Leserin, lieber Leser,

haben Sie sich schonmal gefragt, wofür Siegel eigentlich gut sind?
Erste Hilfe schafft bei der Suche nach Antworten heutzutage ja ein Blick in den Wikipedia-Artikel. Da steht:
„Das Siegel (von lateinisch sigillum ‚Bildchen‘) ist eine Insigne und damit eine Form der Beglaubigung von Urkunden oder Sicherstellung  (Verschluss) der Unversehrtheit von Gegenständen oder Behältnissen (Briefumschlag, Tür). Insignie, Beglaubigung, Urkunden, Sicherstellung: Das klingt alles nach eher förmlichen und behördlichen Angelegenheiten.
Auch als Kirchgemeinde führen wir ein Kirchensiegel. Es findet sich z.B. auf Tauf- und Trauungs-Urkunden, aber auch beim Abschluss von Verträgen.
In unserem normalen Alltag spielen Siegel dagegen wohl kaum eine Rolle.
Aber von einem Siegel ist auch im biblischen Monatsspruch für den Juni die Rede.
Ausgerechnet im Hohelied, dem erotischsten Buch der ganzen Bibel, kommt es vor. Da steht:

 

„Trage mich wie ein Siegel auf dem Herzen, binde mich wie eine Siegelschnur um deinen Arm! Denn die Liebe ist stark wie der Tod.“

Hohelied 8, 6                        

 

Hier klingt die Rede vom Siegel gar nicht nach einer förmlichen und behördlichen Angelegenheit. Sondern ganz im Gegenteil: nach etwas sehr Intimen.
Dieser Bibelvers wird gerne als Trauspruch ausgesucht (und es ist ja auch wirklich ein schöner Trauspruch). Er lässt etwas ahnen von der unglaublichen Kraft, die in der Liebe wohnt: Stark wie der Tod ist sie. Es ist nicht so, dass am Ende des Lebens der Tod siegt, sondern die Liebe ist dann noch immer da, genauso echt und genauso kraftvoll.
Und der Vers spricht auch von einer Treue, die zu jeder echten Liebe gehört: Trage mich wie ein Siegel auf dem Herzen. Hier geht es nicht um das Siegel auf einer Urkunde, sondern in unserem innersten Kern. Dort ist es eingeprägt, wie ein Versprechen, das feststeht: Ich bin für dich da!
Aber von wem stammen diese Worte – und an wen sind sie gerichtet? Darauf gibt es viele Antworten: Es können Ihre Worte sein.  Es können Worte sein, die an Sie gerichtet sind. Es können Gottes Worte sein.
Welche Siegel habe ich auf meinem Herzen?
Und wem habe ich ein Siegel aufs Herz aufgeprägt?
Und: Wie wirkt sich das in meinem Leben aus?
Vielleicht haben Sie ja Lust, diesen Fragen mal nachzugehen.

Im Namen aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kirchgemeinde grüßt Sie herzlich Ihr Sebastian Kreß