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Liebe Leserinnen und Leser,

„Male ein Bild von etwas Unsichtbarem!“
Vor dir liegt ein weißes Blatt Papier, dazu jede Menge Stifte, Pinsel und Farben.
Es ist Kunstunterricht. Die Lehrerin geht durch den Klassenraum und wiederholt die Aufgabe.

Hast du eine Idee, wie du dieses Bild gestalten würdest?
Ganz ehrlich: Ich wüsste nicht, wie ich etwas Unsichtbares sichtbar machen soll. Das wirkt ja auch schlicht unmöglich.

Doch genau um diese Unmöglichkeit geht es im Monatsspruch für den April. Paulus schreibt da an die Gemeinde in Kolossä:

Christus ist Bild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene der ganzen Schöpfung.

Kolosser 1, 15       

Das klingt ziemlich kompliziert.
Dass Gott unsichtbar ist, damit kann ich etwas anfangen. Mit meinen Augen kann ich Ihn nicht sehen. Aber Glauben bedeutet für mich auch: In meinem Leben gibt es mehr, als ich mit meinen Sinnen wahrnehme. Da ist eine Wirklichkeit, die über das Sichtbare und Offensichtliche hinausgeht. Nämlich Gottes Wirklichkeit, die ich in meinem Alltag immer wieder erahne und auf die ich vertraue.
Aber was bedeutet es nun, dass Christus Bild dieses unsichtbaren Gottes ist?

Für mich bedeutet es: Jesus hat eine Brücke gebaut zwischen unserer sichtbaren Welt und dem unsichtbaren Gott. Über diese Brücke führt ein Weg. Und diesen Weg feiern wir zu Ostern.
Denn: Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden! Halleluja!

Auferstanden. Die Grenze zwischen sichtbarer und unsichtbarer Welt ist durchbrochen.

„Male ein Bild von etwas Unsichtbarem!“
Nun weiß ich, wie ich das Bild gestalten würde: Ich würde Jesus malen.
So, wie ich ihn in meinem Glauben sehe: Mit Augen, aus denen eine große Menschenliebe strahlt. Mit einem Mund, der keine verletzenden Worte über die Lippen bringt.
Mit Händen, die segnen und Verwundetes heilen.
Das Blatt, auf dem wir Jesus Christus malen, das sind wir selbst.
Jesus nachfolgen heißt: Ihn immer besser kennenlernen und ihm immer ähnlicher werden wollen.
Denn er ist der Erstgeborene der ganzen Schöpfung, wie Paulus schreibt.
Ihn finden wir auf dem Grund unserer Seele.

Ihm begegnen wir im Alltag in unseren Mitmenschen.
Und zu ihm gehen wir, wenn wir aus dieser sichtbaren Welt in Gottes Ewigkeit hinübergehen.

 

Im Namen aller Mitarbeitenden wünsche ich Ihnen eine gesegnete Osterzeit, Ihr Pfarrer Sebastian Kreß