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Andacht

Bild: „Friedenstaube“ aus Jahreslosung 2019, (c) mit Genehmigung der Agentur des Rauhen Hauses Hamburg 2018
Bild: „Friedenstaube“ aus Jahreslosung 2019, (c) mit Genehmigung der Agentur des Rauhen Hauses Hamburg 2018

Suche Frieden und jage ihm nach.
(Psalm 34, 15)

Seit mehr als 70 Jahren hersscht in Deutschland Frieden. Die meisten Menschen in Deutschland kennen Krieg nur noch von Erzählungen und aus Geschichtsbüchern. Dass die Waffen schweigen, ist nicht selbstverständlich. Nach den Erfahrungen des 1. und 2. Weltkriegs wurden am 26. Juni 1945 die Vereinten Nationen gegründet, kurz UNO für United Nations Organization. 193 Länder gehören zur UNO.
„Den Weltfrieden und die internationale Sicherheit zu wahren“ hat sich die UNO als Hauptaufgabe im ersten Artikel der UN-Charta gesetzt. Dieser Frieden sichert sie mit zähen Verhandlungen, diplomatischen Auseinandersetzungen im Weltsicherheitsrat und auch mit Friedensmissionen.
So ein Einsatz findet nur mit Zustimmung des Gastlandes statt. Die UNTruppen sollen nicht kämpfen, sind aber bewaffnet, um sich und andere zu verteidigen. Sie untersuchen Konflikte vor Ort – unabhängig von den Konfliktparteien, vermitteln in Auseinandersetzungen und bilden zum Beispiel Pufferzonen. Alles dient dem Ziel, Frieden zu schaffen.
Und trotzdem gibt es momentan 20 Kriege und 385 kriegerische Konflikte auf der Welt, so das Heidelberger Institut für Internationale Konfliktforschung. Der Frieden ist nicht selbstverständlich. Darum sind Verhandlungen und Friedensmissionen so wichtig.

„Suche Frieden und jage ihm nach“, so heißt die Jahreslosung für 2019.

Das hebräische Wort für Frieden heißt Schalom. Es ist ein Gruß: „Friede sei mit dir!“ Und es meint so viel mehr als nur das Schweigen von Waffen. Es geht um Gerechtigkeit und Hoffnung, um Freundschaft und Versöhnung, um erfülltes Leben und Barmherzigkeit. Oder kurz, dass alles bestens ist – zwischenmenschlich, emotional, gesundheitlich, geistlich und politisch. In diesem Sinn spricht die Bibel von einem Friedensbund zwischen Gott und den Menschen (Jesaja 54). Das ist ein Frieden, der mit dem Schweigen der Waffen anfängt und in der Versöhnung seinen Höhepunkt hat. Diesen Frieden verspricht Jesus seinen Nachfolgern: „Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt.“ (Johannes 14,27)

Das „Gebet des heiligen Franziskus“ (Seite 3) ist im 20. Jahrhundert entstanden und im Geist der Bergpredigt geschrieben. Für mich ist dieses Gebet eine Erinnerung und eine Umsetzung dieser Jahreslosung. Ich will darin den Frieden suchen und ihm nachjagen.

Ein Jahr 2019 mit innerem und äußerem Frieden wünsche ich Ihnen,

Ihr Lothar Gulbins