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Andacht zum Monatsspruch für April

Liebe Gemeindeglieder!

„Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende!“ Bei diesen Worten habe ich sofort ein Lied im Kopf. Wir haben es vor vielen Jahren häufig in der Jungen Gemeinde gesungen, manchmal von einer Gitarre begleitet, manchmal von einer Band. Es war eins von vielen Jugendliedern, ohne die diese Zeit für mich undenkbar gewesen wäre. Den Text dazu hatten wir auf Schreibmaschinen mit einigen Lagen Kohlepapier „vervielfältigt“, sodass die letzten Durchschläge kaum noch lesbar waren. Aber viele Texten hatten wir ohnehin im Kopf. Sie sprachen uns aus dem Herzen, lagen quasi in der Luft. Irgendjemand hatte die Zeilen aufgeschrieben, ein anderer möglicherweise ergänzt. Sie wurden aufgeschnappt und weitergegeben. Heute steht unter dem Abdruck im roten Gesangbuch als Autorenangabe einfach: „Text: aus der DDR“.

Warum waren diese Lieder so wichtig? Die Zusage Gottes, bei uns zu sein, hat uns gut getan in einer Zeit, da wir als Christen manchmal Spott und Benachteiligung hinnehmen mussten oder uns als bekennende Glaubende sehr allein fühlten. Da war es wohltuend, miteinander vom Glauben zu singen.
Denn Gottesworte, in Musik umgesetzt, entfalten eine besondere Kraft. Das haben diese Lieder gezeigt, das habe ich später beim Singen geistlicher Werke gespürt, zum Beispiel bei Mendelssohn-Bartholdys „Elias“. Die musikalische Ausgestaltung von Bibelworten lässt sie oft erst richtig ins Herz gehen, wo sie weiter wirken. So ist die Gewissheit gewachsen, die Nähe des lebendigen Gottes zu spüren. Auch manche Choräle entfalten eine solche Wirkung. Ich habe das erst recht spät bemerkt, obwohl ich viele schon seit der Kindheit kannte.

Musik ist ein gutes Mittel, Inhalten des Glaubens nachzuspüren und Gewissheit zu vertiefen. Gerade jetzt gibt es wieder viele Gelegenheiten, das zu erleben. Das Adonia-Musical „Isaak – so sehr geliebt“ lädt dazu ein. Am Sonntag Palmarum wird eine Passionsmusik zu hören sein, und am Sonntag Kantate sind wir ganz besonders zum gemeinsamen musikalischen Lob aufgefordert.
Christus spricht:

Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.

Mathäus 28,20

Die Musik mag diesen Satz besonders eindrücklich machen. Er gilt aber auch sonst – in jeder Lebenslage. Ich wünsche, dass diese Gewissheit uns immer trägt – angesichts manchmal beängstigender Entwicklungen in der Welt, in persönlichen Krisen, wenn wir Enttäuschungen hinnehmen müssen, in Krankheit und auch in Trauer!

Eine gesegnete Passions- und Osterzeit wünscht Michael Schleinitz