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Geist­li­ches Wort des Lan­des­bi­schofs To­bi­as Bilz

In die­sen Ta­gen ver­brei­tet das Co­ro­na­vi­rus welt­weit Angst und Schrecken. Vie­le Men­schen sind vor allem des­halb ver­un­sich­ert, weil sei­ne tat­säch­li­che Ge­fähr­lich­keit nur schwer ein­zu­schä­tzen ist und es im Mo­ment we­der e­ine The­ra­pie noch ei­nen Impf­stoff gibt. Ne­ben der prak­ti­schen Fra­ge, wie man sich an­ge­mes­sen ver­hält, be­schäf­ti­gen uns auch tie­fer­lie­gen­de Sor­gen: Was trägt in ei­ner schwe­ren Kr­ise wirk­lich? Wo­rauf kön­nen wir uns ver­las­sen, wenn es da­rauf an­kommt? In wes­sen Hand ist un­ser Le­ben?

Für uns Chris­ten gilt: gu­te und schlimme Ta­ge, Hoff­nung­en und Sor­gen, un­ver­hoff­tes Glück und plötz­li­che Not ge­hör­en in un­se­re Be­zie­hung zu Gott. Wir wen­den uns be­son­ders dann an ihn, wenn wir nicht mehr wei­ter­wissen. Jetzt er­le­ben wir ei­nen sol­chen Mo­ment. Des­halb kla­gen wir Gott un­sere Not und er­bit­ten wir von ihm Zu­ver­sicht und Stär­ke!

Zu­gleich sind wir h­eraus­ge­for­dert, man­che un­se­rer Hal­tung­en zu ü­ber­den­ken. Wie passt un­sere Ängst­lich­keit im Blick auf uns selbst zu­sam­men mit der Gleich­gül­tig­keit ge­gen­ü­ber der Not an­de­rer? Was lehrt uns das Co­ro­na­vi­rus ü­ber un­se­ren Um­gang mit Al­ten und Kran­ken, Kriegs­op­fern und Men­schen auf der Flucht? Sind wir gleich­gül­tig ge­gen­ü­ber Men­schen, de­nen es schlech­ter geht als uns? Das be­schämt uns!

Da­rü­ber hi­naus wird uns kon­kret vor Au­gen ge­führt, dass wir un­ser Le­ben nicht be­wah­ren kön­nen. Die­se Pan­de­mie kann alle Men­schen tref­fen. Sie macht uns gleich und da­mit de­mütig!

Wir können solche und ähnliche Gedanken nur dann zulassen, wenn wir etwas haben, das uns Hoffnung gibt. Zuversicht und Stärke sollen unter uns entstehen. Gottvertrauen baut sich auf, wenn wir unser Leben Gott anvertrauen. Daraus wächst Handlungsstärke im Blick auf das, was jetzt zu tun ist sowie Gelassenheit gegenüber dem, was wir nicht in der Hand haben.

Dazu kann uns dieses Gebet (Nr. 930, Evangelisches Gesangbuch) helfen:

Vater im Himmel, ich bitte weder um Gesundheit noch Krankheit, weder um Leben noch um Tod, sondern darum, dass Du über meine Gesundheit und meine Krankheit, über mein Leben und meinen Tod verfügst zu deiner Ehre und zu meinem Heil. Du allein weißt, was gut für mich ist. Du allein bist der Herr, tue, was du willst. Gib mir, nimm mir, aber mache meinen Willen dem deinen gleich. Amen.

Tobias Bilz, Landesbischof

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